Zitate & Sprüche von Polit-Promis

Rainer Eppelmann (12.2.1943)

Der evangelische Pfarrer und Minister für Abrüstung und Verteidigung in der letzten DDR-Regierung 1990 gehörte am 9. November zu den Bürgern, die die Öffnung der Berliner Sektorengrenze hautnah erlebten.

Hoffnung, sagt V. Havel, ist nicht die
Überzeugung, daß eine Sache gut ausgeht,
sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn
macht, egal, wie es ausgeht.

Rainer Eppelmann
18. III.´14

Christian Wulff (19.6.1959)

Von 2003 bis 2010 Ministerpräsident in Niedersachsen und zehnter Bundespräsident vom 30.6.2010 bis zu seinem Rücktritt am 17.2.2012.

Wulff begründet seinen Schritt mit „geschwundenem Vertrauen“. Einen Tag zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität wegen Verdachts der Vorteilsannahme im Amt beantragt. Exakt vier Wochen vor seinem Rücktritt am 17.2.2012 schreibt Wulff noch diese Zeilen.

Greife niemals in ein Wespennest,
aber wenn,
dann greife fest.

Christian Wulf
18.1.2012

Christian Führer (5.3.1943 – 30.6.2014)

Die Leipziger Pfarrer der Nicolaikirche, Christian Führer, widmete sein Leben der Gewaltlosigkeit und der Nächstenliebe. Die Friedensgebete, die er initiierte, mündeten in den Mauerfall im Jahre 1989.

„Keine Gewalt!“
Die Revolution, die
aus der Kirche kam.

Pfarrer C. Führer
Nov. 2009

Egon Bahr (18.3.1922 – 19.8.2015)

Er war SPD-Urgestein, Bundesminister und engster Vertrauter von Bundeskanzler Willy Brandt. Von ihm stammt der Gedanke „Wandel durch Annäherung“, der Brandts neue Ostpolitik prägte. Mit den nachfolgenden Zeilen appelliert er an das Verständnis der „Wessis“ für die „Ossis“.

Das Glück der Einheit mangelt
noch immer an dem mentalen
Respekt im Westen für die Lebens-
leistung im Osten.

Egon Bahr
Bl. Feb. 07

Manfred Wörner (24.6.1934 – 13.8.1994)

Der Bundesverteidigungsminister (1982-88) und NATO-Generalsekretär (1988-94) Manfred Wörner schreibt, bereits von Krankheit gezeichnet:

Freiheit gibt es nicht ohne den Mut,
dem Unrecht zu widerstehen!

Manfred Wörner, 17.5.93

Gerhard Stoltenberg (29.9.1928 – 23.11.2001)

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsidenten (1971-1982) und Bundesminister unter drei Kanzlern (1965-1969, 1982-1989 und 1989-92) appelliert an ein Geschichtsbewusstsein der Deutschen:

Wer die Lektionen der Geschichte vergißt,
wird ihre Irrwege erneut begehen müssen.

Bonn, 12. Mai 1993 Gerhard Stoltenberg

Lothar de Maiziére (2.3.1940)

Der Berliner Rechtsanwalt war der letzte und gleichzeitig erste frei gewählte Ministerpräsident der DDR. Seine Hauptaufgabe war es mit seiner Regierungsmannschaft die Voraussetzungen für den Beitritt zur Bundesrepublik zu schaffen. Mit der deutschen Einheit am 3.10.1990 endete diese Aufgabe.

„Die Deutsche Einheit ist mit dem
Beitritt nicht vollendet. Sie ist und
Bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe aller
Deutschen. Sie ist nicht nur eine
materielle Frage, sondern eine Frage
des praktizierten Gemeinsinns. Die Ein-
heit will nicht nur bezahlt, sondern
auch mit dem Herzen gewollt sein.“

2. Oktober 1990
Lothar de Maiziére

Walter Momper (21.2.1945)

11. Regierender Bürgermeister von Berlin (1989 bis 1991). Am 22.12.1989 wurde das Brandenburger Tor als ein weiterer, symbolträchtiger Grenzübergang geöffnet. Bürgermeister Walter Momper suchte die passenden Worte für dieses geschichtsträchtige Ereignis. Beim Schreiben seiner Ansprache merkte er, die Rede hat „kein vernünftiges Ende“. Noch während der Veranstaltung am Nachmittag grübelte Momper darüber nach, und plötzlich hatte er’s:

Berlin nun freue Dich!

Walter Momper
22.12.1989

Richard von Weizsäcker (15.4.1920-31.1.2015)

Er war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Weizäcker war einer der beliebtesten und profiliertesten Politiker der Nachkriegszeit.

Sich vereinigen
heisst teilen lernen

Richard v. Weizsäcker
12. November 1989

Willy Brandt (18.12.1913-8.10.1992)

Seine Stationen: Von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, von 1966 bis 1969 in der Großen Koalition Kiesinger Außenminister und Vizekanzler und von 1969 bis 1974 vierter Bundeskanzler der Bundesrepublik. Für seine neue Ostpolitik erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. Brandts berühmtestes Zitat stammt übrigens aus einem Interview am 10. November 1989 (Tag 1 nach dem Fall der Mauer!) mit dem Sender Freies Berlin und lautete eigentlich: „Jetzt sind wir in einer Situation, in der wieder zusammenwächst, was zusammengehört.“

Jetzt wächst zusammen,
was zusammengehört.

Willy Brandt

Erich Honecker (25.8.1912 – 29.5.1994)

Von 3.5.1971 bis zum 18.10.1989 war er der mächtigste Politiker der Deutschen Demokratischen Republik und Hauptverantwortlicher für den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze. Ein Dreivierteljahr vor seinem Sturz, der Auftakt vom Ende der DDR war, schrieb der Staatsratsvorsitzende Honecker nachfolgende Zeilen:

Das Recht auf Frieden,
Arbeit und auf ein men=
schenwürdiges Dasein ist
für die Wahrung allgemeiner
Menschenrechte unverzichtbar

6.2.1989
E Honecker

Helmut Kohl (3.4.1930)

Nicht ahnend, dass seine Worte schon Ende des Jahres 1989 Realität werden, schrieb der „Kanzler der Einheit“ diese Zeilen. Die Bürger in der Deutschen Demokratischen verwirklichten in einer friedlichen Revolution die deutsche Einheit.

Frieden, Freiheit und Wohlstand
haben ihren Preis – sie müssen
täglich neu erworben und erhalten
werden!

H Kohl
11.1.1989

Alexander Schalck-Golodkowski (3.7.1932 – 21.6.2015)

Der Oberst im Ministerium für Staatsicherheit war „Devisenbeschaffer“ der hochverschuldeten DDR. Ohne ihn hätte die ostdeutsche Staat früher aufgehört zu existieren. Noch 1983 hatte er mit Franz Josef Strauß einen Milliardenkredit ausgehandelt, der eine Art Rettungsspritze für die marode DDR war.

„Die Geschichte schreibt immer nur der Sieger
und er bestimmt die Werte.“ (Walser)

Alexander Schalck-Golodkowski

Hans-Jürgen Wischnewski (24.7.22-24.2.2005)

Der SPD-Politiker war u.a. Staatsminister im Bundeskanzleramt von Dezember 1976 bis Dezember 1979.

Unvergessen seine Rolle als pflichtbewusster Krisenmanager im „Deutschen Herbst“. Durch seine Verhandlungen mit der somalischen Regierung können 90 von palästinensischen Terroristen festgehaltene Geiseln auf dem Flughafen von Mogadischu von der deutschen Anti-Terror-Gruppe „GSG- 9“ befreit werden. Aufgrund seiner guten Kontakte im Nahen Osten wurde „Ben Wisch“ zum „Helden von Mogadischu“.

Pflicht ist in erster Linie dienen.

Hans-Jürgen Wischnewski

(Zusammenstellung: Heinz-Ulrich Kammeier, Erhard Belz)

 

Wir freuen uns über weitere Zusendungen und veröffentlichen gerne Ihr Autograph an dieser Stelle.
Senden Sie Ihren Scan und die Genehmigung der Veröffentlichung Ihres Names an: info@ada1986.de