„Space Autographs“ in Apollo 11

Das Apollo 11 Mutterschiff „Columbia“, im Fachjargon Kommandomodul oder kurz CM genannt, ist bekanntlich seit 1970 im Smithsonian „National Air an Space Museum“ in Washington, DC, zu besichtigen. Erst jetzt, nach über 45 Jahren, entdeckten Mitarbeiter des Museum im Innern des Raumschiffes „Space Autographs“ der Crew.

Zur Erinnerung: Am 21. Juli 1969 (MEZ) schrieben die US-Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Mike Collins Raumfahrtgeschichte. Während die beiden erstgenannten Herren erstmals in der Menschheitsgeschichte auf dem Mond herum spazierten, steuerte Michael Collins das Mutterschiff alleine um den Mond und wartete auf die Rückkehr seiner Kollegen.

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Foto: Smithsonian Museum

Im Rahmen eines geplanten 3D-Projektes vom Innern der Kapsel wurden diverse Aufzeichnungen und Skizzen im Cockpit entdeckt. Sie ermöglichen neue Einblicke in die historische Mission von Apollo 11.

„Neulich wurden wir wieder einmal daran erinnert, dass die Arbeit eines Konservators nie endet“, schrieb der Konservator Allan Needell im Blog des Museums. „Am Donnerstag wurden die Markierungen in Bereichen des Raumschiffs entdeckt, die 40 Jahre nicht sichtbar waren“, fügte Needell hinzu.

Vom Smithsonian Museum veröffentlichte Bilder zeigen u.a. hektische Kritzeleien, um eine Kurskorrektur zu berechnen. Zu sehen sind auch von Houston geschickte Koordinaten; die von Collins notierten Ziffern dienten ihm wohl zur Festlegung der Position der Mondfähre auf der Mondoberfläche. Die Schreibfläche, auf der er die Zahlen festhielt, befindet sich links neben dem Navigations-Panel, wo Collins in der Lage gewesen wäre, den Sextanten und das Teleskop der Kapsel zu benutzen.

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Foto: Smithsonian Museum

Am Rack „R5“ (Gepäck- bzw. Lagerungsfach) entdeckte man eine Notiz, die da lautete: „Urinbeutel vom Starttag“. Laut Museum benutzten die Astronauten dieses Schrankfach, um dort gefüllte Urinbeutel zu lagern, bevor das Hauptlagersystem der Kapsel verfügbar war. Needell vermutet, dass die Notiz eine Warnung war, das Ablagefach nicht anderweitig zu benutzen.

An einer anderen Stelle ist vermerkt: „Spacecraft 107 alias Apollo 11 alias Columbia. The Best Ship to Come Down the Line. God Bless Her. Michael Collins, CMP.“

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Foto: Smithsonian Museum

Obwohl die Apollo-Mission nur etwas mehr als eine Woche dauerte, gab es mindestens einen Astronauten, der die Tage zählte, wie man an einem handgezeichneten Kalender sehen kann. Der letzte Tag, also der Tag, in dem die Kapsel in den Pazifik fiel, wurde nicht abgestrichen.

Nach Entdeckung der „Space Autographs“ meldet sich Buzz Aldrin über Facebook bei seiner Fangemeinde und merkte an: „Die Skizzen und Aufzeichnungen stammen nicht von mir und ich glaube auch nicht von Neil. Das muss Mike gewesen sein. Er war der Künstler in unserer Mannschaft.“ (Quelle: Smithsonian Museum, Washington, DC)